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Nur noch jeder Vierte wünscht sich ein klassisches Grab

Repräsentative Umfrage belegt Wandel der Bestattungskultur | 17.10.2019 |


Immer weniger Bundesbürger möchten in einer klassischen Grabstätte beigesetzt werden. Zunehmend beliebter werden Angebote, die keine Grabpflege erfordern, insbesondere auch außerhalb von Friedhöfen. Das ergab eine Umfrage im Auftrag von Aeternitas, der Verbraucherinitiative Bestattungskultur.

Traditionelle Grabformen verlieren in Deutschland weiter an Zuspruch. Belegt wird dieser Wandel der Bestattungskultur durch die Wünsche der Menschen für ihre eigene Bestattung, wie eine aktuelle Umfrage ergab. Demnach bevorzugen nur noch 25 Prozent der Bundesbürger ein klassisches, persönliche Pflege erforderndes Sarg- oder Urnengrab auf einem Friedhof. 2013 betrug der entsprechende Anteil 49 Prozent, 2004 noch 62 Prozent. Richtet man den Fokus allein auf das klassische Sarggrab, bestätigt sich dieser Trend. Hier zeigt sich ein Rückgang von 39 Prozent im Jahr 2004 auf aktuell 14 Prozent.

Immer mehr Menschen ziehen für ihre eigene Bestattung Grabformen bzw. Bestattungsorte in Betracht, die für Hinterbliebene keinen Pflegeaufwand verursachen. Am häufigsten werden in der vorliegenden Umfrage pflegefreie Grabstätten auf Friedhöfen genannt (21 Prozent), die in der Regel für Urnenbeisetzungen angeboten werden. Dazu zählen insbesondere Gemeinschaftsgrabanlagen, Urnenwände, Rasengräber und Beisetzungen unter Bäumen, die immer zahlreicher auch auf Friedhöfen zu finden sind. 19 Prozent der Befragten bevorzugen hingegen die Baumbestattung in einem Bestattungswald, 6 Prozent eine Beisetzung der Urne auf See.

Immerhin ein Viertel der Befragten entscheidet sich für eine der Varianten, die nach den geltenden Gesetzen in der Regel - bis auf wenige Ausnahmen - illegal sind: Die Verstreuung ihrer Asche in der freien Natur wünschen sich 14 Prozent, die Aufbewahrung bzw. Beisetzung ihrer Asche zu Hause bzw. im Garten 9 Prozent. "Hier zeigt sich eindeutig Reformbedarf bei den Bestattungsgesetzen", stellt der der Aeternitas-Vorsitzende Christoph Keldenich fest.

Auch wenn derzeit jeder Zweite (48 Prozent) ein Angebot außerhalb eines Friedhofs in Betracht zieht: "Die Chance der Friedhöfe liegt insbesondere in den oben erwähnten pflegefreien Grabformen", so Keldenich weiter. Diese bieten in der Regel die Möglichkeit, die Namen der Verstorbenen zu nennen - anders als anonyme Grabstätten, die in der Vergangenheit häufig als einzige pflegefreie Alternativen auf Friedhöfen zu finden waren.

Bei der Frage, wie wichtig den Menschen ein Namenshinweis an ihrer eigenen Grabstelle ist, offenbart sich ein geteiltes Meinungsbild: 47 Prozent der Befragten wäre dieser alles in allem sehr wichtig oder wichtig, 51 Prozent wäre dies hingegen weniger wichtig bzw. überhaupt nicht wichtig.

In Erfahrung bringen wollte Aeternitas darüber hinaus, wie viele Bundesbürger derzeit ein Grab zu pflegen haben. Hier ergab sich ein Anteil von 29 Prozent, die sich selbst darum kümmern, und 10 Prozent, die zuständig sind, aber einen Friedhofsgärtner beauftragt haben. 60 Prozent haben die Frage mit nein beantwortet. Nach einer gleich lautenden Umfrage aus dem Jahr 1998 pflegten noch 37 Prozent selbst ein Grab und 5 Prozent hatten eine Gärtnerei beauftragt, während 58 Prozent für kein Grab zuständig waren.

Für die vorliegende Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa Anfang September 2019 im Auftrag von Aeternitas 1.005 im Rahmen einer repräsentativen Stichprobe ausgewählte Bundesbürger ab 18 Jahren. Alle Angaben zu früheren Jahren stammen ebenso aus von Aeternitas beauftragten repräsentativen Studien.

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Dateien zu diesem Artikel zum Download:
  Anonyme Grabstelle 2019 ( 14 Kb )
  Bevorzugte Bestattungsform 2019 ( 15 Kb )
  Grabpflege 1998 - 2019 ( 16 Kb )
  Grabpflege 2019 ( 14 Kb )
  Grabstätte klassisch 2004 - 2019 ( 15 Kb )
  Sarggrab klassisch 2004 - 2019 ( 15 Kb )
 
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