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Autorschaft im Spiegel von Abschied und Memoria

Der eigenen Bestattung vorzusorgen heißt, in einem unübersichtlichen Terrain Entscheidungen zu treffen. Eine Herausforderung, wie sie heute für zahlreiche gesamtgesellschaftliche Bereiche gilt. Zur Eindämmung solch unübersichtlicher Zonen avancieren inzwischen die Gefühle zu "vernünftigen" Entscheidungshelfern. Der philosophisch begründete klassische Gegensatz von Vernunft und Gefühl wird damit obsolet. Massenmedien wie Bilder, Texte und Dinge modellieren unser Fühlen, Denken und Handeln wie nie zuvor. Auf Basis der geschlechtsspezifischen Biografie oder auch der besonderen Körpergeschichte können Gefühle die im Umgang mit dem Lebensende erforderlichen Ritualfindungsprozesse abkürzen. Der Schulterschluss von Gefühl und einer am konkret Praktischen gewonnenen Logik antwortet auf vormals als rein praktisch gedachte Fragen („Erd- oder Feuerbestattung?“ Trauerfeier ja oder nein?“), überlieferte Rituale werden auf ihre Brauchbarkeit hin geprüft. Schließlich arbeiten persönliche Darstellungs- und Wahrnehmungskompetenzen weiteren Entscheidungen zu: Als welche Person möchte ich erinnert werden? Mit welchen Medien? Wie möchte ich mich letzten Blicken darbieten?

Die Kulturwissenschaftlerin Dr. Traute Helmers spricht vor diesem Hintergrund von der "Autorschaft" der Individuen, von den Möglichkeiten, selbst Schöpfer und Schöpferin der Erinnerung zu sein und sich über den Tod hinaus darzustellen. Fachleute beobachten die Ausdifferenzierung der Rituale auf der einen sowie das Beiläufige der Erinnerungsprozesse auf der anderen Seite. In der Reihe "Autorschaft im Spiegel von Abschied und Memoria - zur kulturellen Praxis der Bestattungsvorsorge" geht Frau Helmers einer Vielzahl von Fragen zum Thema nach. Beginnend mit einer thematischen Einführung zur Reihe wird Aeternitas an dieser Stelle regelmäßig weitere Beiträge veröffentlichen.

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Aufsätze der Reihe von Dr. Traute Helmers zum Download:

 "Autorschaft im Spiegel von Abschied und Memoria" (Beitrag I, August 2012)
 "Auf Probe sterben im Rausch der Dinge?" (Beitrag II, Oktober 2012)
 "Welche Rolle spielt die EIGENINITIATIVE im aktuellen Bestattungswesen?" (Beitrag III, Dezember 2012)
 "Man muss sich ein Bild machen. Geschlechterfragen im Umgang mit Tod und Trauer" (Beitrag IV, April 2013)



Dr. Traute Helmers
Kulturwissenschaftlerin
Mohnweg 7a
D-26160 Bad Zwischenahn
E-Mail: traute.helmers@uni-oldenburg.de
Telefon: 0441/3802929
 



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