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Streng genommen handelt es sich bei der Kremation nicht um eine Verbrennung, sondern "um einen Oxidationsprozess, der im vorgeheizten Ofen durch Selbstentzündung des Sarges gestartet und durch Zuführung vorgewärmter Luft zu Ende gebracht wird"*. Ein unverbrennbarer Schamottstein mit der spezifischen Auftragsnummer wird dem Sarg beigegeben und durchläuft den gesamten Einäscherungsprozess. So ist stets nachweisbar, um welchen Verstorbenen es sich handelt. Dieser Stein landet auch später mit der Asche des Toten in der Aschekapsel.

Anders als der Sarg aus Holz verbrennen Zahngold und andere Metallreste wie zum Beispiel künstliche Hüftgelenke, aber auch Sargnägel bei der Einäscherung nicht. Über den Umgang mit den Kremationsresten wird immer wieder diskutiert. Manche Krematorien belassen Zahngold und andere Metalle bei der Asche, andere verkaufen die Wertstoffe (neben Zahngold zum Beispiel auch Titan aus Hüftgelenken). Den Erlös spenden sie für einen guten Zweck oder lassen ihn in den Haushalt einfließen. Nach einem BGH-Urteil aus dem Jahr 2015 zählen sämtliche nach der Einäscherung verbleibenden Reste als Teil der Asche und dürften somit nicht entnommen, sondern müssten stattdessen mit in die Aschekapsel gefüllt werden. Allerdings ist dieses Urteil umstritten, unter anderem da es nur auf das Straf- und nicht das Bestattungsrecht Bezug nimmt und darüber hinaus wenig praxisnah ist, und wird nicht von allen Krematorien berücksichtigt (Stand 2017).

Die Aschereste, die noch zahlreiche gröbere Knochensubstanz enthalten, werden nach der Abkühlung in einer Knochenmühle fein gemahlen, so dass am Ende zwei bis vier Kilo feinkörnige Asche übrig bleiben. Diese wird in eine Aschekapsel gefüllt (ebenso zum Teil auch die oben angesprochenen weiteren Rückstände wie Metalle o.ä.), welches schließlich versiegelt wird. Das Behältnis wird dann entweder vom Bestatter (selten auch von Angehörigen) abgeholt oder per Post versandt, um anschließend beigesetzt zu werden.

Kremationsöfen unterliegen strengen Umweltschutzbestimmungen (Immissionsschutz). Die bei der Einäscherung entstehenden Abgase werden in Filtern sorgfältig gereinigt, die Filterstäube dann fachgerecht entsorgt. Die Asche selbst ist weitgehend schadstofffrei. Inwieweit die geringe Schwermetallbelastung der Asche auch Folgen für Boden und Grundwasser haben könnte, wird derzeit (Stand 2017) im Rahmen eines längeren Forschungsprojekts untersucht.

Die Verstorbenen sollen bei der Einäscherung gewöhnlich nur Naturfasern tragen, um die Umweltbelastung gering zu halten. Einäscherungssärge sind aus unbehandelten umweltschonenden Materialien gefertigt.

* Großes Lexikon der Bestattungs- und Friedhofskultur, Band 3, Praxis - Gegenwart, Stichwort "Feuerbestattungsanlage", Frankfurt am Main 2010.

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