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Online-Friedhöfe


Eine ganze Reihe von so genannten Onlinefriedhöfen bietet im Internet Gedenkseiten oder virtuelle Gräber an. Hinterbliebene können dort Bilder, Texte, Musik oder Videos einstellen und so die Erinnerung an die Verstorbenen in der virtuellen Welt wach halten - für jeden und überall erreichbar. Oft ist es auch möglich, zu kondolieren, eine virtuelle Kerze anzuzünden oder sich mit anderen Trauernden auszutauschen. Viele Onlinefriedhöfe zeigen darüber hinaus Profile prominenter Verstorbener. Verschiedene Betreiber bieten an, schon zu Lebzeiten selbst ein Profil einzustellen, das dann nach dem Tod zur eigenen Gedenkseite wird.

Virtuelle Gräber können das reale Grab ergänzen, aber sicherlich nicht ersetzen. Sie sind Ausdruck der Lebensgewohnheiten einer vom Internet zunehmend geprägten Gesellschaft. Soziales Leben findet verstärkt online statt. Und insbesondere Verwandte oder Freunde, die weit vom Grab des Verstorbenen entfernt wohnen, sind froh, diese virtuellen Erinnerungsstätten besuchen zu können.

Eine ganze Reihe von Online-Friedhöfen stellt die virtuellen Gräber kostenlos zur Verfügung. Manchmal wird um eine - freiwillige - Spende gebeten, manchmal läuft die Finanzierung auch über Werbung am Rand der Seite.

Auf dem Markt tummeln sich aber auch zahlreiche kommerzielle Anbieter. Die Preise sind dabei sehr unterschiedlich, von einmalig 20 Euro bis zu dreistelligen Beträgen. Oft ist auch eine monatliche oder jährliche Zahlung vorgesehen. Einfache Basispakete hingegen sind hin und wieder kostenlos, jede weitere Leistung wie zum Beispiel das Einstellen mehrerer farbiger Bilder kostet dann aber extra.

Aeternitas beobachtet bei vielen kommerziellen Anbietern einen Mangel an Transparenz bei den Preisen. Dem Nutzer wird es oft schwer gemacht herauszufinden, welche Kosten auf ihn zukommen. Sie sollten deshalb ganz genau hinschauen, bevor Sie ein virtuelles Grab anlegen, oder im Zweifelsfall einen nichtkommerziellen Anbieter wählen. Auch spätere Besucher der Gedenkseite sollten darauf achten, ob und wie viel sie für virtuelle Kerzen oder Blumensträuße zahlen müssen.

Haben Sie ein Auge auf die Seriösität der Seite. Eine Reihe von Onlinefriedhöfen und Gedenkseiten war in der Vergangenheit nur kurze Zeit online und dann wieder von der Bildfläche verschwunden - ärgerlich für die, die dort ein Profil eingestellt haben.

Erkundigen Sie sich nach Möglichkeit schon bei Anmeldung nach der Verfahrensweise, um ein Profil wieder zu löschen. Die Erfahrung mit verschiedenen sozialen Netzwerken zeigt, dass dies häufig relativ kompliziert ist.

Bedeutsam für die Zukunft wird sein, wie soziale Netzwerke wie zum Beispiel Facebook mit den Verstorbenen umgehen werden. Noch ist der Großteil der User jung. Aber schon heute gibt es dort die ersten Profile von Verstorbenen, die nach deren Tod nicht gelöscht wurden, sondern in einer Art "Gedenkstatus" online bleiben.

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