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Mit dem Ewigkeitsbrunnen fit für die Zukunft

Symbolischer erster Spatenstich auf dem Friedhof in Hagen Delster | 29.03.2018 |

Foto: Martin Kümper, Timothy Vincent und Andreas Sahling
Mit dem Bau des "Ewigkeitsbrunnens" reagiert die Stadt Hagen auf den Wunsch vieler Menschen nach einer Grabart, die ohne zeitliche Begrenzung auskommt und somit dauerhaft Ehre und Wertschätzung für die Toten ermöglicht. Am neuen Bestattungsort kann zukünftig die Asche Verstorbener direkt nach der Einäscherung als auch nach Ablauf der Ruhezeit von Urnenstelen oder vergleichbaren Beisetzungsarten auf unbegrenzte Zeit verbleiben.

An der Kreuzung der Hauptachse des Friedhofs mit Blick auf das berühmte Eduard-Müller-Krematorium wird der Bestattungsbrunnen entstehen. In das Zentrum eines etwa 25 qm großen, quadratischen Platzes wird die Brunnenanlage positioniert. Das Ensemble mit vier hohen Steinstelen und großzügigen Sitzgelegenheiten bietet Raum zur Kommunikation, zum Verweilen und für die letzte Abschiednahme.

"Bei der oberirdischen Gestaltung werden ganz bewusst unsere Auszubildenden eingesetzt", so der Martin Kümper vom Wirtschaftsbetrieb Hagen bei der Veranstaltung rund um den symbolischen ersten Spatenstich, denn Pflasterarbeiten und Bepflanzung gehörten ja selbstverständlich zu den Aufgaben angehender Garten- und Landschaftsbauer. Die Arbeiten - so der Plan - sollen bis zum Herbst 2018 erledigt und das Bauwerk fertiggestellt sein.


Der Ewigkeitsbrunnen in Hagen-Delstern wird der erste seiner Art in Deutschland und darüber hinaus sein. Der Wirtschaftsbetrieb Hagen setzt mit dem Bau ein Konzept des Steinbildhauers Timothy C. Vincent aus Wetter um, das die Aschebeisetzung in einem Brunnenähnlichen Bauwerk vorsieht. Dazu wird die Totenasche in einer Urne aus ungebranntem Ton über einen Absenkmechanismus zur letzten Ruhe in den Brunnen hinabgelassen. In der unterirdische Kaverne des Brunnens, dessen Boden mit grobem Schotter bedeckt ist, vergehen Urne und Asche im Laufe der Jahre und verrieseln allmählich in der tiefliegenden Erde des Friedhofes. Als Andenken an den Verstorbenen wird dessen Name "für die Ewigkeit" auf Wunsch der Hinterbliebenen auf eine der vier großen Natursteinstelen auf dem Brunnenplatz eingearbeitet. Nach 500 Bestattungen ist die Aufnahmekapazität des Delsterer Brunnens erschöpft und der Brunnen wird für immer verschlossen. Die Namensstelen dagegen verbleiben dauerhaft auf dem Brunnenplatz. Der Entwickler des Konzeptes, Timothy Vincent sieht den Brunnen als einen "sicheren Ort" auf die Frage "Wo sind unsere Toten?"

Die Bestattungskultur unterliegt einem permanenten Wandel. Friedhofsträger sind gefordert, auf die gesellschaftlichen Entwicklungen zu reagieren und auf die Wünsche der Bevölkerung einzugehen, um mit ihren Friedhöfen auch in Zukunft bestehen zu können. Die Hagener Friedhöfe erweitern ihr Angebot für Gräber mit minimalem Pflegeaufwand und machen sich mit dem Ewigkeitsbrunnen ein gutes Stück weiter fit für die Zukunft - darin waren sich die Anwesenden in Delstern an diesem Tag einig.

Fotos:
  • Bild 1, vlnr. Martin Kümper, WHB; Steinbildhauer Timothy Vincent; Friedhofsleiter Andreas Sahling
  • Bild 2, Planungsbild/Visualisierung. © Timothy C Vincent, 2018.
Weitere Informationen zum Ewigkeitsbrunnen bei
Steinbildhauerei Vincent
Dipl. Ing. Timothy C. Vincent
Remestr. 20
58300 Wetter
Tel.: 02335 / 88 05 03
Mobil: 0179 / 105 53 57
Email: info@steinbildhauerei-vincent.de
Web: www.ewigkeitsbrunnen.de