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Form und Inhalt

Trauerrede
Nur selten übernehmen Angehörige oder Freunde die Trauerrede selbst. Eine Trauerrede zu halten, bedeutet in der Regel, in eine ungewohnte, zumeist auch schwierige Ausnahmesituation zu geraten. Nur wenige Menschen sind "geborene Redner". Die Trauerrede ist meist die erste, die vorbereitet wird.

Im Folgenden lesen Sie einige Tipps für die Trauerrede, angelehnt an das Buch "Briefe und Reden für den Trauerfall" von Ulf Wetter, das viele ausführliche praktische Hinweise enthält.

Es empfiehlt sich, eine Trauerrede in Einleitung, Hauptteil und Schluss zu gliedern. In der Einleitung sprechen Sie die anwesenden Trauergäste an, beginnend bei denen, die dem Verstorbenen am nächsten standen. In diesem Redeteil betonen Sie die Gemeinschaft der anwesenden Trauernden. Anschließend können Sie Ihr Verhältnis zum Verstorbenen einordnen und Ihre Motivation, die Rede zu halten, erläutern.

Der Hauptteil dient dazu, Verlust und Betroffenheit darzustellen, auch die Umstände des Todes einbeziehend (zum Beispiel ein plötzlicher oder "erlösender" Tod). Würdigen Sie den Verstorbenen, insbesondere auch durch die Skizzierung seines Lebens. Dazu gehören zum Beispiel Herkunft, Familie, Charakter, Talente, Ziele oder besondere Ereignisse aus seinem Lebenslauf.

Im Schlussteil der Trauerrede können Sie - nach einer wiederholten Klage über den Tod des Verstorbenen - abschließend die Konsequenzen für die Anwesenden darstellen ("Was bedeutet dieser Verlust für uns?").

Bei der Formulierung einer Trauerrede dürfen Sie - ohne es zu übertreiben - emotional sein. Schließlich geht es bei dem Abschied vom Verstorbenen um Gefühle und Stimmungen. Wichtig sind Takt und Einfühlungsvermögen gegenüber den Trauernden, deren Gefühle von Trennungsschmerz geprägt sind.

Grundsätzlich gilt, über die Toten nicht schlecht zu reden ("de mortuis nil nisi bene"), allerdings ohne dabei in peinliche Lobhudeleien zu verfallen. Verklärungen und Übertreibungen schaden dem Andenken des Verstorbenen nur. Die entscheidenden Stichworte lauten Wirklichkeitsnähe und Glaubwürdigkeit. Kritische Anmerkungen haben - im Rahmen einer positiven Gesamtdarstellung - ihren Platz in der Trauerrede und können die Würdigung des Verstorbenen als geschickt eingesetzte Kontrapunkte sogar steigern.

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