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Eine Beileidskarte selbst entwerfen

Anstelle einer vorgedruckten Beileidskarte kann durchaus auch eine selbst gestaltete Kondolenzkarte verwendet werden: Auf eine weiße Doppelbriefkarte mit glattem Rand wird auf die Außenseite sorgfältig ein geeignetes Foto aufgeklebt.

Mögliche Bildmotive dafür sind ein Weg, der sich im Horizont verliert, eine Weggabelung, eine alte Bank am Wegesrand, ein Bach-, Graben- oder Seerand, eine alte Brücke in der Landschaft, ein einzelner großer Baum, Blumen der Jahreszeit, ein See- oder Flussufer, ein Wolkenbild mit durchbrechender Sonne, ein Sonnenuntergang, dessen Licht am Horizont die Wolken einfärbt, eine Landschaft.

Auf die linke Innenseite des weißen Kartons wird ein persönlich ausgesuchtes Zitat (zahlreiche passende Zitate finden Sie zum Beispiel im Buch "Worte zur Trauer - 500 ausgewählte Weisheiten und Zitate für Todesanzeigen" von Dr. Klaus Dirschauer, 2005 im Claudius Verlag erschienen) abgeschrieben, beispielsweise:

"Was dir auch immer begegnet
mitten im Abgrund der Welt:
Es ist die Hand, die dich segnet,
es ist der Arm der dich hält."

(Rudolf Alexander Schröder)


Die Worte und das Bild sollten sich nicht gegenseitig nur illustrieren, sondern miteinander korrespondieren. Die rechte Innenseite ist für die persönliche Anteilnahme vorgesehen.

In der Anrede des Kondolenzschreibens sollten eine Person - etwa der Ehe- oder Lebenspartner, die Mutter, der Vater, der Sohn, die Tochter - angesprochen werden. Die Berücksichtigung aller Familienangehörigen kann wegen der Personalpronomen schwierig werden und leicht verschroben wirken. Deswegen sollte die Entscheidung für einen Anschreibpartner fallen.

Inhaltlich kann am Anfang der Dank für die persönliche Benachrichtigung und die Einladung zum Trauergottesdienst bzw. zur Trauerfeier stehen. Eine Zu- oder Absage ist für die Planung des Trauermahls der Angehörigen von Bedeutung. Der Beginn des Schreibens ist auch der passende Ort für das Bedauern, den Trauerbrief erst nach der Rückkehr von einer Reise erhalten zu haben.

Im Zentrum des Kondolenzschreibens steht eine knappe persönliche Reaktion auf den Todesfall selbst: "Die Nachricht vom Tode N.N. macht mich sehr traurig ..., betrübt mich ..., erfüllt mein Herz mit Trauer ..., bestürzt mich und meinen Mann ..., erschreckt mich ..., erschüttert uns."

Die eigentliche Kondolenz muss in jedem Fall ausgesprochen werden, beispielsweise mit den Worten: "Seien Sie meiner Anteilnahme ..., meines Mitgefühls ..., meines Beileids gewiss ..., seien Sie und Ihr Mann ..., seien Sie und Ihr Sohn gewiss." Soll die persönliche Verbundenheit unterstrichen werden, kann von einem "herzlichem Mitgefühl ..., Beileid ..., von herzlicher Anteilnahme" die Rede sein.

Da der Kondolierende die konkrete Todessituation nicht vor Augen hat, muss er darauf auch nicht eingehen. Das kann später der Gegenstand eines Gespräches sein. Es empfiehlt sich, eine alle denkbaren Todesfälle einschließende Formulierung zu gebrauchen, beispielsweise: "Seien Sie unserer herzlichen Anteilnahme am Sterben und Tod Ihres Sohnes und in der Zeit der Trauer um ihn gewiss." Dieser Satz schließt auch das schreckliche Erlebnis eines Unfalls, eines Unglücks, selbst einer Selbst- oder Fremdtötung ein.

Die Kondolenzkarte kann die Wirklichkeit des Sterbens, des Todes und der Trauer ansprechen, doch sollte die Familie mit eventuellen Details der konkreten Todesumstände verschonen, mit denen diese schon genug zu schaffen hat.

Der letzte Satz kann sich mit einer eigenen Erinnerung oder dem persönlichen Verhältnis zu dem Verstorbenen befassen, Hoffnungen über den Trauerfall hinaus ansprechen oder einen Besuch zu späterer Zeit versprechen.

Mit Eigenschafts- und Umstandswörtern sollte bei Beileidsbekundungen sparsam umgegangen werden. Die Adjektive "aufrichtiges ..., ganz aufrichtiges ..., aufrichtigstes Beileid" sind fragwürdig und tragen zur Inflationierung der Sprache bei. Sie sind nicht angebracht.

Ein gefütterter weißer Umschlag mit der traditionellen Anschrift An das Trauerhaus mit Vor- und Nachnamen sowie der Adresse und einer dezenten Briefmarke sind angemessen.

Sehr verehrte Frau Hartwig, sehr geehrter Herr Hartwig,

die Nachricht vom Sterben und Tod Ihrer Tochter Sara und die Trauer um sie erschüttern uns sehr. Wir danken Ihnen, dass Sie uns benachrichtigt haben. An dem Begräbnisgottesdienst in der St. Jakobikirche werden wir natürlich teilnehmen. Auch der Einladung zum anschließenden Trauerkaffee kommen wir gerne nach.

Seien Sie unserer herzlichen Anteilnahme gewiss. Bitte lassen Sie Ihren Sohn Paul unser persönliches Mitgefühl am Tode seiner Schwester Sara wissen.

Ihnen herzlich verbunden,

Ihre ...


Grundsätzlich ist von einer eigenen Sinndeutung des Todesfalls abzuraten, etwa: "Sie hatte doch das Alter ..., zu früh ..., es ist besser so ..., sie ist erlöst ..., wer weiß, was ihm erspart geblieben ist ..., die Zeit heilt alle Wunden, ... ich habe das auch durchmachen müssen."

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Der Todesfall anderer, der zu meinem Trauerfall wird, erinnert daran, beizeiten eine Namensliste für den eigenen Todesfall mit vollständigen Anschriften anzulegen und ständig auf dem Laufenden zu halten. Da hinein gehören die Familien, Verwandten, Nachbarn und Freunde, die Anverwandten und Bekannten. Auch diejenigen, die unbedingt und bedingt benachrichtigt werden sollten. Auch die Arbeitgeber und Ärzte zählen dazu, sowie die Adressen der ehrenamtlichen Aktivitäten der Vereine, Verbände und Organisationen.

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Lesen Sie anknüpfend an diesen auch den folgenden Artikel:
 "Kondolenz im beruflichen Umfeld"

Quelle: "Herzliches Beileid. Ein kleiner Knigge für Trauerfälle" von Klaus Dirschauer

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